So, 25.02.18 16:00

Betreff: Dorfmoderation in der Ortsgemeinde Dernbach - DE1710
- Dorfrundgang -
Teilnehmer: Herr Ortsbürgermeister Andreas Quirmbach, Ortsgemeinde Dernbach
Herr Zellmer, Büro Stadt-Land-plus und
ca. 35 Bürgerinnen und Bürger
Datum: 18. November 2017, 14:00 bis ca. 16:00 Uhr

Herr Ortsbürgermeister Quirmbach und Herr Zellmer vom Büro Stadt-Land-plus begrüßten die Anwesenden und schlugen eine Route durch den Ort, entlang möglicher Punkte der Dorfentwicklung, vor. Vor Ort sollen die kritischen Punkte angeschaut und erste Ideen zur möglichen Entwicklung diskutiert werden.

Luftbild
Route und Stationen des Dorfrundgangs

Stationen und Anregungen
Nachfolgend werden zu den einzelnen Stationen stichwortartig die Anregungen und Diskussionsinhalte wiedergegeben. Diese dienen insbesondere der Vorbereitung der kommenden Arbeitskreissitzungen.

1. Dorfplatz
Hier wurde angeregt, den in früheren Jahren verrohrten „Schabebornbach“ wieder offen-zulegen. Er liegt jedoch offenbar sehr tief unter dem Straßenniveau, so dass eine Öffnung nicht ohne weiteres möglich ist. Seite 3, Dorfmoderation Dernbach, Dokumentation des Dorfrundgangs am 18.11.2017
Daher könnte eine Variante sein, den Bach „symbolisch“ an die Oberfläche zu holen, indem man einen kleinen Teil als Wasserlauf in flacher Rinne über den Dorfplatz bzw. entlang dessen Rand führt.

Interessierte Teilnehmer
Interessierte Teilnehmer des Dorfrunsgangs

2. Leerstand/Baukultur
An drei Beispielen in der Ortsmitte (Alte Schmiede und Wohnhäuser Hauptstraße 10 und Hauptstraße 5) wurden die Aspekte rund um den Erhalt und Verfall von historischer Bausubstanz diskutiert.

Leerstand
Leerstand und Denkmal geschützte Gebäude

Wie könnte die Gemeinde aktiv werden, ohne in die privaten Besitztümer einzugreifen?

  • Eigentümer ansprechen und auf die Wirkung von Leerstand (und Verfall) hin-weisen
  • Unterstützung bei der Vermarktung, Leerstandsbörse, „Anentwickeln“, ….
  • Hinweise auf bestehende Unterstützungen, insbesondere die Förderprogramme „Dorferneuerung“ und „Denkmalschutz“ (bei letzterem allerdings sind kaum Zuschüsse zu erwarten)
  • andere Gemeinden unterstützen die Sanierung mit einem kommunalen Förderprogramm (z.B. Wallmerod „Leben im Dorf“ oder Niederelbert)
  • je nach baulichem Zustand ggfs. Ankauf und Abriss, dann Verwendung als öffentlicher Platz oder Verkauf als Bauplatz
     

3. Verkehrssicherheit
Am Beispiel Kreuzung Elgendorfer Straße/Burgweg/Katharina-Kasper-Straße

  • viel befahrene Straße (L 312)
  • hohe Geschwindigkeiten (gerade Strecke bis Ortsausgang)
  • wichtige Kreuzung in Richtung Raiffeisen-Campus (Gymnasium), Sportplatz und Jugend-raum
  • fehlende Querungshilfe
     
Knotenpunkt
Knotenpunkt

4. Sportplatz
Sportplatz wird nicht mehr von einem Dernbacher Fußballverein genutzt

  • er dient lediglich im Winter als Ausweichplatz für externe Vereine
  • Jugendraum läuft gut. Eine bauliche Erweiterung nach links ist bereits geplant.
  • Umgestaltung des Sportplatzes möglich und nötig, Ideen: . Mehrgenerationentreff/Begegnungsstätte für unterschiedliche Wünsche
    • weiterhin Nutzung als Freizeitgelände für Sport und Veranstaltungen
    • Bolzplatz, Skaten, Streetball (Basketball), Schlittschuhlaufen,
    • Festplatz (großes Zelt)

Kritisch angemerkt wurde, dass es bereits an der Grundschule ein Kleinspielfeld gäbe. Aufgrund des Lärms und der lärmempfindlichen Anwohner gibt es dort erhebliche Nutzungseinschränkungen. Wird wirklich ein weiteres Fußballfeld benötigt?

5. Fotohügel
Der Hügel wurde im Zuge des Straßenau-baus in den 1980er Jahren angelegt. Darauf entstand eine befestigte Fläche mit seitlicher Betoneinfassung für professionelle Fotografien von Fahrzeugen. Die Nutzung als Fotostandort ist inzwischen aufgegeben, die Rampe wird nun nicht mehr benötigt.
Auch hier werden Nutzungen gesucht. Erste Ideen reichen von Schlittenhügel bis Freilichtbühne.

Fotohügel
Fotohügel

6. Laurentiusplatz
Hier stand bis 1901 die wahrscheinlich im 12. Jahrhundert erbaute St. Laurentius-Kapelle mit der historisch wertvollen „Dernbacher Beweinung“, welche heute im Diözesanmuseum Limburg ausgestellt ist. Der zum Denkmal hin ansteigende Platz ist von 2 Linden gefasst und enthält ein steinernes Denkmal. 2 Koniferen stehen an zentraler Stelle. Die von Bäumen gesäumte Zuwegung endet am Burgweg und bietet Zugang zum Parkplatz des Sportplatzes. Der „lauschige“ Platz unter den Linden wird derzeit gelegentlich für Chorkonzerte genutzt.

Die Ideen zur Umgestaltung gingen in Richtung einer behutsamen Gestaltung des Geländes unter Beibehaltung der Linden und ggfs. Freilegung von Grundmauern der ehemaligen Kapelle. Der neue Platz könnte von der Theatergruppe für die Aufführungen im Rahmen der 800-Jahr-Feier genutzt werden.

7. ehemaliger Kirmesplatz „Silberstollen“

Silberstollen
Silberstollen / Kirmesplatz

Der zentrale Platz dient nach Umzug der Kirmes auf den Rathausplatz nun dem Parken. Er verringert den immensen Parkdruck in der Ortsmitte im Umfeld des Altenheims. Er wird derzeit durch Andeutung der einzelnen Parkplätze so strukturiert, dass ein geordnetes Parken ermöglicht und die zur Verfügung stehende Fläche optimal ausgenutzt wird. Unter dem Parkplatz verläuft ein historischer Bergwerksstollen.

8. Parkplatzsituation in der Ortsmitte
Insbesondere im Bereich Josefshausstraße/Alte Gasse/Katharina-Kasper-Straße besteht an Wochentagen erheblicher Parkdruck. Die öffentlichen und privaten Park-plätze reichen für die vorhandenen Arbeits-plätze nicht aus. Dies führt zu Parkplatzsuchverkehr, wildem Parken und infolge-dessen zu unübersichtlichen Straßensituationen. Einfache Lösungen lagen nicht auf der Hand.

Altenheim
angespannte Parksituation

9. Bahnhof
Der Bahnhof soll nach Information von Herrn Ortsbürgermeister Quirmbach technisch neu gestaltet werden. Es sei vorgesehen, zunächst den südlichen Bahnsteig zu sanieren, dann den Übergang/Kreuzungsbereich technisch neu auszurüsten und anschließend den nördlichen Bahnsteig stillzulegen. Das Planfeststellungsverfahren laufe.

10. Verkehr und Verkehrsgeschwindigkeit
In der Auftaktveranstaltung wurde auch der Verkehr in der Ebernhahner Straße als Schwäche angesprochen. Die gerade „Ausfallstraße“ mit weiter Sicht bietet sich für ein „zügiges Fahren“ ortsausgangs, aber auch in den Ort hinein an. Verschiedene Ansätze wurden getestet (u.a. durch wechselseitiges Parken verengte Fahrbahn) und wieder verworfen. Derzeit sind in beiden Richtungen Geschwindigkeitstafeln angebracht, die zumindest ein unbewusstes „Rasen“ verhindern.

11. Versorgung
Entlang der Hauptstraße kann man den Wandel im Dienstleistungssektor leider gut erkennen. Ehemals von Handel und Banken genutzte Räume stehen heute leer. Offen ist die Perspektive des letzten noch verbliebenen Versorgers, „unseres Hansams“.

Nach 2 kurzweiligen Stunden an der frischen Luft endete der Dorfrundgang wieder am Rathausplatz.

Erarbeitet: Stadt-Land-plus
Büro für Städtebau und Umweltplanung

i.A. Thomas Zellmer/ag
Dipl.-Geograf
Boppard-Buchholz, 23.11.2017